Sanskrit

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Bild:Sanskrit.png Sanskrit (???????, n., sa?sk?ta, von sam "zusammen" und k?ta "gemacht", wörtl: "zusammengefügt", sa?sk?t? v?k: "zusammengesetzte Sprache") ist die Sprache der ältesten indischen Literatur, der Veden und spielt vor allem im Hinduismus eine wesentliche Rolle. Sanskrit ist die klassische Sprache der Brahmanen, sie wurde erstmals von Panini im 4. Jahrhundert v. Chr. systematisiert.

Die Entstehung wird auf 1200 v. Chr. datiert, das zu dieser Zeit übliche Vedisch unterscheidet sich jedoch vom klassischen Sanskrit. Sanskrit wird seit einigen Jahrhunderten hauptsächlich in Devanagarischrift geschrieben, gelegentlich auch in lokalen Schriften. Es ist heute eine Kunstsprache wie Latein, aber immer noch die heilige Sprache der Hindus, da alle religiösen Schriften von den Veden und Upanishaden bis zur Bhagavad-Gita in Sanskrit verfasst wurden und häufig auch so vorgetragen werden. Auch für religiöse Rituale wie Gottesdienste, Hochzeiten und Totenrituale ist sie noch heute unerlässlich.

Beispiele für Sanskrit-Lehnwörter im Deutschen: Arier, Ashram, Avatar, Bhagwan, Chakra, Guru, Dschungel, Ingwer, Orange, Kajal, Mandala, Mantra, Moschus, Nirwana, Swastika, Tantra, Yoga

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Sanskrit ist in der Form des Vedischen die älteste der Indoeurpäischen Sprachen. Aus ihm entstanden Sprachen wie Hindi, Urdu, Bengali, Marathi, Kashmiri, Punjabi, Nepalesisch und Romani. Vedisches Sanskrit (Vedisch) ist eine archaische Form des Sanskrit, in der die vier heiligen Veden der Hindus verfasst wurden. Vedisches Sanskrit unterscheidet sich von Klassischem Sanskrit in etwa wie Homerisches Griechisch von Klassischem Griechisch. Zu den wichtigsten Unterschieden zählen:

  • Mindestens drei Phoneme des Vedischen Sanskrit sind verloren gegangen
  • Der Modus Konjunktiv (Subjunktiv) taucht im Sanskrit nicht mehr auf.
  • Vedisches Sanskrit hatte ungefähr zwölf Möglichkeiten den Infinitiv zu bilden; klassisches Sanskrit nur eine.
  • Klassisches Sanskrit hat viele Wörter aus den Dravidischen Sprachen entlehnt.

Sanskrit wurde im Gegensatz zum Prakrit als die reine und heilige Sprache bewertet und war immer eine Hoch- bzw. "Literatur"-Sprache für religiöse und wissenschaftliche Themen. Viele Sanskrittexte wurden mündlich überliefert, bevor sie in späteren Jahrhunderten (oft erst im Mittelalter) niedergeschrieben wurden. Die älteste erhaltene Grammatik zum Sanskrit stammt von Panini, der bereits im 5. bzw. 4.Jh. v.Chr. in seinem Werk Ashtadhyayi die fast 4000 Regeln der Sanskrit-Morphologie beschrieb. In seiner ausgeklügelten Systematik entwickelte er die Konzepte der Phoneme, Morpheme und Wurzeln, die in die westliche Linguistik erst rund 2500 Jahre später Eingang fanden:

An erster Stelle stehen bei Panini die Vokale (a ? i ? u ? ? ? ? ? e ai o au), dann kommen - nach der Artikulationsstelle - von hinten nach vorne die Konsonantenreihen:

1. Gutturale (Kanthya, ?????, ka??hya),

2. Palatale (Talavya, ??????, t?lavya),

3. Zerebrale (Murdhanya, ????????, m?rdhanya),

4. Dentale (Dantya, ??????, dantya),

5. Labiale (Oshthya, ??????, o??hya).

Am Ende der Liste stehen:

- Halbvokale (ya, la, la, va)

- Zischlaute (?a, ?a, sa)

- Hauchlaut (ha)

Diese (auf der genauen Beobachtung von Klängen basierende) Systematik des Sanskrit wurde einige Zeit vor den indischen Schriften (Brahmi, Devanagari) entwickelt.

Indoeuropäische Sprache

Sanskrit gehört zum indischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie oder genauer indoeuropäischen Sprachen und hat damit einen gemeinsamen Ursprung mit der großen Mehrheit der modernen europäischen Sprachen, aber auch mit den klassischen Sprachen wie Latein und Griechisch. Die Verwandtschaft kann beispielsweise illustriert werden mit den Worten für Mutter und Vater: matri und pitri in Sanskrit; mater und pater in Latein sowie meter (?????) beziehungsweise pater (?????) im Altgriechischen, aber auch der Begriff yoga geht auf die selbe Wortwurzel wie lat. jugum, dt. Joch zurück. Bemerkenswert ist auch die ähnliche Grundstruktur in der Grammatik, etwa Geschlechter, Funktion der Kasus (Fälle), Tempora (Zeitgefüge), Modi.

Im Sanskrit sind alle acht Fälle der indogermanischen Ursprache erhalten geblieben: Nominativ, Vokativ, Akkusativ, Instrumentalis, Dativ, Ablativ, Genitiv und Lokativ. Zusätzlich zu Singular und Plural gibt es im Sanskrit noch den Dual.

Die Ähnlichkeiten zwischen Latein, Griechisch und Sanskrit spielten eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Indogermanistik; erst als im Rahmen der Kolonialisierung Europäer nach Indien kamen und begannen, indische Literatur zu übersetzen, wurde die auffallende Ähnlichkeit der Sprachen entdeckt.

Bedeutung des Sanskrit

Für Indien spielt Sanskrit eine ähnliche Rolle wie das Latein für Europa oder das Hebräische für die antiken und heutigen Juden. Zahlreiche überlieferte religiöse, philosophische und wissenschaftliche Texte sind in Sanskrit verfasst. Die Rolle einer Sondersprache spielte Sanskrit schon im indischen Altertum. Sanskrit ist in Gegensatz zu sehen zu Prakrit, der gesprochenen Populärsprache, wozu auch Pali zählt. Obwohl beispielsweise viele buddhistische Texte in Sanskrit verfasst wurden, soll bereits Buddha selbst die volkstümlichere Sprachvariante Pali bevorzugt haben.

Verbreitung

Bei einer Zählung im Jahre 1981 gab es etwa 6.000 Menschen in Indien, die Sanskrit als Muttersprache angaben. Etwa 190.000 gaben es bei der Volkszählung 1961 als Zweitsprache an. Aktuelle Bemühungen gehen dahin, Sanskrit selbst als "Living Sanskrit" wiederzubeleben, auch indem man neue Wörter für moderne Gegenstände entwickelt und junge Leute dazu motiviert, sich in dieser Sprache zu verständigen. Es gibt Zeitungen und Radiosendungen in Sanskrit. In den meisten Schulen der Sekundarstufe im modernen Indien (besonders dort, wo die Staatssprache Hindi gesprochen wird) wird Sanskrit als dritte Sprache nach Hindi und Englisch gelehrt.

Im Rahmen des Hindu-Nationalismus gibt es Tendenzen, in Hindi die Begriffe arabischen und persischen Ursprungs durch Sanskrit-Begriffe zu ersetzen und so die Sprache von Fremdeinflüssen zu "reinigen". Diese Entwicklung dauert noch an, so dass die Unterschiede zwischen Urdu und Hindi größer werden.

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