Matterhorn

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Das Matterhorn (walliserdeutsch ds'Hore, französisch Mont Cervin oder Le Cervin, italienisch Monte Cervino) ist mit 4478 Metern Höhe der siebthöchste Berg der Alpen (Mont Blanc und Monte Rosa als Gruppe berücksichtigt).

Es steht in den Walliser Alpen zwischen Zermatt und Breuil (Cervinia). Die Ost-, Nord- und Westwand liegen auf schweizerischem, die Südwand auf italienischem Staatsgebiet.

Wegen seiner markanten Gestalt und seiner Besteigungsgeschichte ist es einer der bekanntesten Berge der Welt. Für die Schweiz ist das Matterhorn das Wahrzeichen schlechthin sowie die meistfotografierte Touristenattraktion. Der markante dreieckige Gipfelkopf diente sogar der bekannten Schokoladenfirma Tobler als Muster für ihre "Toblerone".

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Namens

1581 wurde das Matterhorn erstmals als Mont Cervin erwähnt, später auch als Monte Silvio und Monte Servino. Aus dem Jahr 1682 ist der Name Matterhorn erstmals überliefert. Der deutsche Name Matterhorn leitet sich vermutlich von der "Matte" ab, also der grasbewachsenen Talweitung unterhalb der Gornerschlucht, die heute fast komplett vom Dorf Zermatt ("zur Matt") bedeckt ist. In der Lokalbevölkerung wird der Berg auch ds'Hore (= das Horn, Zermatter Dialekt) oder ds'Horu (= das Horn, Oberwalliser Dialekt) genannt.

Geologie

Das Matterhorn gehört zur Dent-Blanche-Decke des Unter-Ostalpins, also einem weit nach Westen auf die penninischen Decken der Westalpen aufgeschobenen Trümmerstück einer ostalpinen Decke. Die Basis des Matterhorns, also bis zur Hörnlihütte, bis auf den Matterhorngletscher und den Furgggrat, ist penninisch, also westalpin. Das Horn selber gehört zur Dent-Blanche-Decke – und zwar der untere Teil bis zur "Schulter" zur Arolla-Serie und der oberste Teil zur Valpelline-Serie der Dent-Blanche-Decke. Die beiden geologischen Trennlinien an der Basis und an der Schulter sind auf dem Hauptfoto oben bestens erkennbar.

Bergsteiger und Besteigungen

Die Erstbesteigung gelang am 14. Juli 1865 über den Hörnligrat. Der Engländer Edward Whymper stand dabei als Mitglied einer 7er-Seilschaft zuerst auf dem Gipfel. Ihm folgten der Bergführer Michel Croz (aus Chamonix), Reverend Charles Hudson, Lord Francis Douglas, D. Robert Hadow (alle aus England), sowie die Zermatter Bergführer Peter Taugwalder Vater und Peter Taugwalder Sohn. Whymper gewann damit sein Wettrennen um die Erstbesteigung gegen seinen Seilgefährten der letzten Jahre, Jean Antoine Carrel aus Breuil. Dieser versuchte zur gleichen Zeit mit einer italienischen Expedition die Besteigung an der Südseite. Beim Abstieg der Erstbesteiger stürzten die vorderen vier der Seilschaft (Croz, Hadow, Hudson und Douglas) noch oberhalb der sog. "Schulter" tödlich ab. Drei der Toten wurden einige Tage später auf dem Matterhorngletscher geborgen, die Leiche von Lord Francis Douglas wurde nie gefunden.

Insgesamt 371 mal und zum letzten Mal mit 90 Jahren bestieg der Bergführer Ulrich Inderbinen das Matterhorn.

Der am weitaus häufigsten begangene Aufstiegsweg ist der Hörnligrat von Zermatt aus (Nordostgrat, ZS+). Weitere Aufstiegsrouten gibt es am Südwestgrat über den kirchendachartigen Pic Tyndall (auch Liongrat oder Italienerweg genannt, ZS+), am Nordwestgrat (Zmuttgrat, S), und am Südostgrat (Furggengrat, SS, wenig gegangen). Auch durch die abweisende Nordwand verläuft eine Aufstiegsroute, die hin und wieder von Spezialisten gewählt wird.

Etwa 400 Bergsteiger sind am Matterhorn bereits ums Leben gekommen.

Eine Seilbahn oder ein Aufzug auf das Matterhorn ist trotz mehrfacher Anläufe dazu bis heute nicht realisiert worden.

Routen

Routen über die Grate

Nordostgrat oder "Hörnligrat" (Normalroute)

  • Schwierigkeit: ZS+, III+ (Frz. Skala: AD; mit III+. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 5-6 Stunden
  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (3'260 m)
  • Talort: Zermatt (1'608 m)
  • Erstbegehung: 14. Juli 1865 durch Edward Whymper, D.R. Hadow, Charles Hudson, Francis Douglas, mit den Einheimischen Michel-Auguste, Peter Taugwalder und dessen Sohn
  • Wintererstbegehung: 31. Januar 1911 durch Charles F. Meade mit Josef Lochmatter und Josef Pollinger
  • Alleinerstbegehung: 1898 durch W. Paulcke

Nordwestgrat oder "Zmuttgrat"

  • Schwierigkeit: S, IV (Frz. Skala: D; mit IV. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 6-7 Stunden
  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (3'260 m)
  • Talort: Zermatt (1'608 m)
  • Erstbegehung: 3. September 1879 durch Albert Mummery mit Alexander Burgener, Augustin Gentinetta und Johann Petrus
  • Alleinerstbegehung: 1. September 1906 durch Hans Pfann

Südostgrat oder "Furggengrat"

  • Schwierigkeit: SS, V+ (Frz. Skala: TD; mit V+. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 7 Stunden
  • Ausgangspunkt: Bivacco Bossi (3'345 m)
  • Talort: Breuil-Cervinia (2'346 m)
  • Erstbegehung: 9. September 1911 durch Mario Piacenza, Jean-Joseph Carrel und Joseph Gaspard
  • Wintererstbegehung: 10. Februar 1998 durch Giorgio Carrozza, Andrea Perron und Augusto Tamone

Südwestgrat oder "Liongrat"

  • Schwierigkeit: ZS+, III+ (Frz. Skala: AD; mit III+. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 4-5 Stunden
  • Ausgangspunkt: Rifugio Carrel (3'829 m)
  • Talort: Breuil-Cervinia (2'346 m)
  • Erstbegehung: 13. September 1866 durch Jean-Joseph und Jean-Pierre Maquignaz
  • Wintererstbegehung: 17. März 1882 durch Vittorio Sella, Jean Antoine, Jean Baptiste und Louis Carrel

Routen durch die Wände

Ostwand

  • Schwierigkeit: SS (Frz. Skala: TD)
  • Zeitaufwand: 14 Stunden
  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (3'260 m)
  • Talort: Zermatt (1'608 m)
  • Erstbegehung: 18./19. September 1932 durch Enzo Benedetti, Giuseppe Mazzotti mit Maurice Bich, Louis und Lucien Carrel und Antoine Gaspard
  • Wintererstbegehung: 27./28. Februar 1975 durch René Arnold, Guido Bumann und Candide Pralong
  • Skierstbefahrung: 14. Mai 1975 durch Toni Valeruz

Nordwand

  • Schwierigkeit: SS, V (Frz. Skala: TD; mit V. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 12-14 Stunden
  • Ausgangspunkt: Hörnlihütte (3'260 m)
  • Talort: Zermatt (1'608 m)
  • Erstbegehung: 31. Juli/1. August 1931 durch Franz und Toni Schmid
  • Wintererstbegehung: 3./4. Februar 1962 durch Hilti von Allmen und Paul Etter
  • Alleinerstbegehung: 22. Juli 1959 durch Dieter Marchart in 5 Stunden
  • Winteralleinerstbegehung: Februar 1965 durch Walter Bonatti, auf einer neuen und schwierigeren Route, mit 3 Biwaks

Westwand

  • Schwierigkeit: SS, V+ (Frz. Skala: TD; mit V+ UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 12 Stunden
  • Ausgangspunkt: Schönbielhütte (2'694 m)
  • Talort: Zermatt (1'608 m)
  • Erstbegehung: 13. August 1962 durch Renato Daguin und Giovanni Ottin
  • Wintererstbegehung: 10./11. Januar 1978 durch Rolando Albertini, Marco Barmasse, Innocenzo Menabreaz, Leo Pession, Arturo und Oreste Squinobal und Augusto Tamone
  • Alleinerstbegehung: September 1983 durch Jacques Sangnier (diese ist allerdings fragwürdig)

Südwand

  • Schwierigkeit: SS+, V+ (Frz. Skala: TD+; mit V+ UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 15 Stunden
  • Ausgangspunkt: Rifugio Duca degli Abruzzi (2'802 m)
  • Talort: Breuil (2'346 m)
  • Erstbegehung: 13. November 1983 durch Vittorio de Tuoni und Marco Barmasse

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