Strahlenbelastung in der Schweiz

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Die Maßeinheit zur Messung der Strahlenbelastung (ionisierende Strahlung) biologischer Organismen ist das Sievert (Sv). Da ein Sievert relativ viel ist, werden oft Angaben in Millisievert (1 mSv = 0,001 Sv) oder Mikrosievert (1 ?Sv = 0,000'001 Sv) gemacht. Wesentlich ist natürlich die Dauer der Belastung und wir müssen uns immer im Klaren sein, ob gerade von mSv/Jahr oder etwa pro Stunde gesprochen wird! "Dosis sola facit venenum" Paracelsus (1493-1541).

Die natürliche Strahlenbelastung liegt in der Schweiz bei etwa 2 mSv/Jahr (0.002 Sievert pro Jahr). Pro Stunde ergibt das in etwa 0,2 µSv (0.000'000'2 Sv pro Stunde).

In der Schweiz beträgt die durchschnittliche Strahlenbelastung pro Person rund 4 - 5 mSv/Jahr pro Jahr (kernenergie.ch und BAG). Also inklusive medizinischer und technischer Belastung. Das ist natürlich bloss ein sehr vager Durchschnittswert, abhängig von persönlichen Umständen.

20 mSv entspricht der Dosis einer Ganzkörper-Computertomographie und der nach deutschem Recht zulässigen Strahlenbelastung für beruflich strahlenexponierte Personen pro Kalenderjahr.

Die natürliche ionisierende Strahlung stammt aus dem Weltall, aus radioaktiver Materie (Gesteine, Wasser, usw.) und radioaktiven Organismen (Pflanzen und Tiere) und der Eigenstrahlung.

Die kosmische Strahlung wird grösstenteils durch die Erdatmosphäre absorbiert, so dass am Boden nur noch etwa 0.3 mSv pro Jahr anfallen. Die Belastung steigt mit zunehmender Höhe und insbesondere setzt man sich während eine Langstreckenfluges einer erheblichen Dosis aus. Die Intensität der kosmischen Strahlung sinkt mit zunehmender Anzahl Sonnenflecken (elfjähriger Zyklus). Es gibt auch eine 27-tägige Schwankung aufgrund der Sonnenrotation.

Reist man mit einem Flugzeug, so reduziert sich die Schutzwirkung der Lufthülle, in Abhängigkeit von Flughöhe und geographischen Breite des Fluges. In Polnähe ist der Schutz durch das Erdmagnetfeld vor der kosmischen Strahlung sehr gering und ist zudem im Laufe der Zeit tendenziell abnehmend. "Ein Flug von Frankfurt nach New York schlägt so mit zusätzlichen 28 Mikrosievert zu Buche, eine Reise nach Tokyo gar mit 54 Mikrosievert pro Strecke." (Bild der Wissenschaft) Das "EPCARD-Portal" bietet die Möglichkeit, die Strahlenbelastung eines Fluges auszurechnen (helmholtz-muenchen.ch).

Radon ist in der Schweiz für rund 40 Prozent der jährlichen Strahlenbelastung verantwortlich. In der Schweiz sind 8.5 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen auf Radon zurückzuführen. Radon fordert in der Schweiz jedes Jahr 240 Todesopfer und ist somit nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs. (Siehe Link zum BAG)

Die höchste natürliche Strahlenbelastung weltweit findet sich im iranischen Ramsar am Kaspischen Meer mit einer jährlichen Dosis von ca. 200 mSv.

Der Anteil künstlicher Strahlung liegt bei wenigen Prozenten. Dieser künstliche Anteil stammt vor allem vom Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahre 1986 sowie von Atomwaffenversuchen in den 60er Jahren. ([naz.ch]). Details zu Fukushima 2011: [BAG]

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